Am Seminar
Das Seminar für Alte Geschichte an der Albert Ludwigs-Universität ist ein eigenständiges Institut, das in Lehre und Forschung eng mit dem Historischen Institut, dem Institut für Archäologische Wissenschaften und dem Seminar für Klassische Philologie verbunden ist. Mit zwei Lehrstühlen, einer Hochschuldozentur, zwei akademischen Räten sowie mehreren Projektstellen und Lehrbeauftragten gehört es zu den größeren althistorischen Instituten in Deutschland. Es verfügt über eine eigene Bibliothek, eine numismatische Sammlung und hat Zugriff auf eine kleine Sammlung von Papyri in der Universitäts-bibliothek. Das Seminar ist an mehreren interdisziplinären und internationalen Studien-gängen beteiligt, insbesondere dem Bachelor und Master in Altertumswissenschaften, dem Trinationalen Master in Altertumswissenschaften, dem European Master of Classical Cultures und dem Master in Interdisziplinärer Anthropologie, der im Wintersemester 2012/13 starten wird.
Das Seminar für Alte Geschichte fördert innovative Lehre und Forschung. Die Alte Geschichte versteht sich heute als Kulturgeschichte des Mittelmeerraums mit engen Bezügen zur zentral-europäischen, asiatischen und nordafrikanischen/ägyptischen Welt. Sie konzentriert sich nicht mehr allein auf die politischen Zentren Griechenlands und Roms, sondern auf den gesamten griechisch und lateinisch sprachigen Raum vom 1. Jahrtausend v. Chr. bis ins 7. Jahrhundert n. Chr. Dabei stehen weniger die politische Ereignisgeschichte und Verfassungsgeschichte im Mittelpunkt als Probleme der Sozial-, Kultur- und Mentalitätsgeschichte, der Religions- und Geschlechtergeschichte, der sozialwissenschaftlich orientierten Wirtschafts- und Bevölkerungsgeschichte sowie die Erforschung von Regionalgeschichte, kulturellem Austausch und Transformationsdynamiken innerhalb der Antike und über ihre Epochengrenzen hinweg.
In der Lehre versuchen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Seminars sich den Herausforderungen einer Massenuniversität zu stellen und neue Wege zu finden, Studierende individuell zu fördern und auf unterschiedliche Studienziele vorzubereiten. Über ein umfangreiches Lehrangebot versuchen wir sowohl das Studium thematisch vielfältig zu gestalten als auch die Lerngruppen in angemessenem Umfang zu halten (durchschnittlich 25 Teilnehmer und Teilnehmerinnen). In verschiedenen Veranstaltungs-typen werden historisches Überblickswissen (in Vorlesungen), Kompetenzen in der Analyse unterschiedlicher Quellengattungen und Theorieanwendung (in Übungen) sowie historische Themen und Methoden (in Pro- und Hauptseminaren) vermittelt. Dazu bieten begleitende Tutorien und informelle Arbeitsgruppen die Möglichkeit zur Klein-gruppenarbeit, aber auch zu persönlichem Austausch und Diskussion in informellem Rahmen. Kooperationen mit Universitäten in England, Frankreich, Italien und der Türkei innerhalb des Erasmus Programms, wie auch die Lage im Drei-Länder-Eck zwischen der Schweiz und Frankreich, bieten vielseitige Möglichkeiten für internationale und mehrsprachige Studienerfahrungen sowohl in Freiburg selbst als auch im Ausland. Regelmäßige Exkursionen in die Umgebung von Freiburg aber auch in fernere Ziele begleiten das Studium.
Das Seminar bietet Gastforschern ausgezeichnete Bibliotheksbedingungen und eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre an reservierten Arbeitsplätzen. In der Bibliothek des althistorischen Instituts befinden sich ein forschungsorientierter Quellenbestand und eine gute Auswahl von Forschungsliteratur. Über die nahe gelegenen Fachbibliotheken des Instituts für Archäologische Wissenschaften, der Klassischen Philologie, der Geschichte und der Rechtsgeschichte sowie natürlich über die Universitätsbibliothek ist der Zugriff auf umfangreiche Spezialliteratur problemlos möglich. Mehrere Vortragsreihen im althistorischen, altertumswissenschaftlichen aber auch interdisziplinären Verbund, zu denen Gäste aus dem In- und Ausland geladen werden, bieten anregende Diskussionen über das eigene Forschungsfeld hinaus und Möglichkeiten, Kontakte auch außerhalb Freiburgs zu knüpfen.
Die philosophische Fakultät der Universität zeichnet sich durch besonders enge interdisziplinäre Zusammenarbeit aus, die in die tägliche Lehre und Forschung des Seminars hinein wirkt.
