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Dr. Maik Patzelt

 

 

Forschungsinteressen:

  • Religiöse Praxis und religiöse Erfahrung in antiken Kulturen
  • Formen und Logiken aristokratischer Geselligkeit
  • Netzwerke und Handlungsspielräume weiblicher Eliten in der Spätantike
  • Klosterordnungen und klösterliches Leben in Spätantike und Frühmittelalter
  • Urbanität und 'Eigenlogik' antiker Städte
  • Asoziiert am Projekt Twisted Transfers: Discursive Constructions of Corruption in Ancient Greece and Rome (Teilprojekt 11)
 

Arbeitstitel des Habilitationsprojekt: Die captatio im Rom des 4. Jh. n. Chr.

In einer Forschungslandschaft, die sich vorzugsweise (freilich nicht ausschließlich) der Institutionsgeschichte, Prosopographie und seit jüngster Zeit der Netzwerkforschung zuwendet, geraten die Praktiken und sozialen Interaktionen, aus denen diese Netzwerke und Institutionen, ja Imperien, hervorgehen, genauso schnell aus dem Blick wie die Möglichkeiten der Menschen, sich mithilfe dieser Praktiken in diesen Netzwerken zu bewegen. Zu diesen Praktiken zählen diejenigen Kommunikationsformen, die Ludwig Friedländer in seinem Werk zur frühen Kaiserzeit als „geselligen Verkehr“ charakterisiert hat. Das Habilitationsprojekt setzt sich daher zum Ziel, die Konstitution und Reproduktion der spätrömischen Aristokratie im Kontext ihrer Geselligkeit näher in den Blick zu nehmen. Dabei wird der Blick besonders auf die Frauen zu richten sein, deren geselliges Verhalten bislang nur marginal wahrgenommen wurde.
Das scheinbar randständige Phänomen der captatio dient, ganz im Sinne von Peter Brown, als ein Nadelöhr, durch das die Logik des geselligen Verkehrs der spätrömischen Elite entfaltet werden kann. Die captatio – ohnehin ein Forschungsdesiderat – chiffriert die Komplexität und auch die diskursive Doppelbödigkeit aristokratischer Interaktion und der aus ihr hervorgehenden Macht- und Diskursverhältnisse, die umso komplexer werden, sobald wohlhabende Frauen daran teilhaben. Wir sind, so die leitende These, bei der captatio mit einem Korruptionsdiskurs konfrontiert, der zuvorderst den wachsenden Einfluss und die Macht (potentia) von Witwen und Matronen in den Blick nimmt und die Priester, die als gierige captatores karikiert werden, als machtlose Aspiranten auf freundschaftliche Beziehungen zurücklässt. Inmitten der doppelbödigen Kommunikationsstruktur der Aristokratie, so eine weitere These, chiffriert die captatio eine Vielfalt an innovativen und kreativen Strategien, mit denen eine persönliche Nähe zwischen dem (potentiellen, kinderlosen) Erblasser und dem (potentiellen) Erbempfänger verwirklicht werden kann.

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